Kau dich fit: Warum gutes Kauen ein wichtiger Teil unserer Gesundheit ist
Kauen ist für die meisten Menschen selbstverständlich – bis Schmerzen, fehlende Zähne oder schlecht sitzender Zahnersatz das Essen erschweren. Der diesjährige Tag der Zahngesundheit am 25. September steht deshalb unter dem Motto „Gesund beginnt im Mund – Kau dich fit!“. Er erinnert daran, wie wichtig eine schmerzfreie Kaufunktion für Ernährung, Wohlbefinden und Lebensqualität ist.
Was beim Kauen im Mund passiert
Beim Kauen wird Nahrung zerkleinert und mit Speichel vermischt. Das erleichtert das Schlucken und bereitet die Verdauung vor. Gleichzeitig regt Kauen den Speichelfluss an.
Speichel erfüllt wichtige Schutzfunktionen: Er befeuchtet die Mundschleimhaut, unterstützt die Selbstreinigung des Mundes und hilft dabei, Säuren zu neutralisieren. Eine ausreichende Speichelbildung ist daher auch für den Schutz der Zähne von Bedeutung.
Zudem werden beim Kauen die Kiefermuskulatur und das gesamte Zusammenspiel von Zähnen, Kiefergelenken und Muskulatur beansprucht. Damit dies beschwerdefrei funktioniert, müssen diese Strukturen gut aufeinander abgestimmt sein.
Kaufähigkeit beeinflusst die Lebensqualität
Wer problemlos kauen kann, hat eine größere Auswahl bei der Ernährung. Beschwerden führen dagegen häufig dazu, dass knackiges Gemüse, festes Brot oder andere kauintensive Lebensmittel vermieden werden. Manche Menschen weichen dann immer stärker auf weiche und leicht zu schluckende Speisen aus.
Das kann den Speiseplan einseitiger machen. Gerade im höheren Lebensalter ist eine gute Kaufunktion deshalb ein wichtiger Baustein für eine abwechslungsreiche Ernährung und die selbstständige Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.
Auch bei Kindern spielt das Kauen eine wichtige Rolle. Unterschiedliche, altersgerechte Konsistenzen fördern den Umgang mit Lebensmitteln und unterstützen die Entwicklung der Mund- und Kieferfunktionen.
Ist Kauen auch Training für das Gehirn?
Untersuchungen zeigen, dass Kauen kurzfristig die Durchblutung bestimmter Bereiche des Gehirns beeinflussen kann. Beobachtungsstudien finden außerdem Zusammenhänge zwischen eingeschränkter Kaufunktion, Zahnverlust und nachlassenden kognitiven Fähigkeiten.
Diese Ergebnisse sind interessant, beweisen aber nicht, dass kräftiges Kauen eine Demenz verhindern kann. Viele Faktoren wie Alter, Allgemeingesundheit, Ernährung und soziale Lebensumstände wirken gleichzeitig zusammen. Gesichert ist vor allem: Eine gute Kaufunktion unterstützt Ernährung, Selbstständigkeit und Lebensqualität.
So erhalten Sie Ihre Kaufähigkeit
Für gesundes Kauen braucht es keine besonderen Übungen. Entscheidend sind funktionierende Zähne, gesundes Zahnfleisch und eine abwechslungsreiche Ernährung.
Hilfreich sind:
- zweimal täglich gründliches Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta,
- tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume,
- Wasser oder ungesüßte Getränke als bevorzugte Durstlöscher,
- möglichst wenige zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten und Softdrinks,
- abwechslungsreiche Lebensmittel mit unterschiedlichen Konsistenzen,
- regelmäßige Vorsorge und professionelle Prophylaxe,
- frühzeitige Behandlung erkrankter oder fehlender Zähne.
Sind Zähne, Implantate oder Zahnersatz nicht ausreichend belastbar, sollten harte Lebensmittel nicht als „Kautraining“ erzwungen werden. In diesem Fall ist zunächst eine zahnärztliche Untersuchung sinnvoll.
Diese Beschwerden sollten Sie abklären lassen
Bitte sprechen Sie das Thema bei Ihrem Zahnarztbesuch an, wenn Sie nur noch auf einer Seite kauen, bestimmte Lebensmittel meiden oder beim Essen Schmerzen verspüren. Auch knackende oder schmerzende Kiefergelenke, häufige Verspannungen, lockere Zähne, Zahnfleischbluten und Druckstellen unter einer Prothese sollten untersucht werden.
Hinter solchen Veränderungen können sehr unterschiedliche Ursachen stecken – beispielsweise Karies, eine Entzündung des Zahnhalteapparates, überlastete Zähne, schlecht sitzender Zahnersatz oder eine Störung im Zusammenspiel von Kiefergelenk und Muskulatur.
Gesundes Kauen beginnt mit gesunden Zähnen
Eine gute Kaufunktion lässt sich häufig lange erhalten oder gezielt wiederherstellen. Entscheidend ist, Veränderungen früh zu erkennen und die Ursache zu behandeln.
Bei zahn:gesund Köln betrachten wir deshalb nicht nur einzelne Zähne, sondern auch Zahnfleisch, Zahnersatz, Kiefergelenke und das Zusammenspiel des gesamten Kauapparates.
Quellen: Aktionskreis zum Tag der Zahngesundheit 2026, Bundeszahnärztekammer, 23.09.2026