Mundgeruch trotz Zähneputzen? Warum sich ein genauer Blick lohnt
Sie putzen regelmäßig Ihre Zähne und haben trotzdem das Gefühl, dass Ihr Atem unangenehm riecht? Damit sind Sie nicht allein. Anhaltender Mundgeruch kann verschiedene Ursachen haben. Häufig liegen sie direkt im Mund – und lassen sich gezielt behandeln.
Woher kommt der Geruch?
Bestimmte Bakterien zersetzen im Mund organisches Material. Dabei entstehen unter anderem flüchtige Schwefelverbindungen, die unangenehm riechen können. Besonders auf einer belegten Zunge finden diese Bakterien günstige Bedingungen.
Auch Zahnfleischentzündungen, Parodontitis, kariöse Zähne oder schwer zu reinigende Stellen an Zahnersatz können eine Rolle spielen. Deshalb lohnt sich bei dauerhaftem Mundgeruch zunächst eine zahnärztliche Untersuchung. Parodontitis und Mundgeruch
Kommt Mundgeruch nicht meistens vom Magen?
Dieser Verdacht liegt für viele Menschen nahe. Tatsächlich entsteht Mundgeruch überwiegend in der Mundhöhle. Erkrankungen des Nasen-Rachenraums, beispielsweise an Mandeln oder Nebenhöhlen, kommen ebenfalls als Ursache infrage. Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts sind deutlich seltener verantwortlich.
Ergibt die Untersuchung im Mund keine ausreichende Erklärung, kann eine hausärztliche oder hals-nasen-ohrenärztliche Abklärung sinnvoll sein. gesund.bund.de
Warum der Atem morgens anders riecht
Ein vorübergehend unangenehmer Atem nach dem Aufwachen ist häufig normal. Nachts wird weniger Speichel gebildet. Dadurch werden geruchsbildende Stoffe schlechter weggespült. Trinken, Essen und die morgendliche Mundpflege helfen meist, diesen Geruch zu reduzieren.
Ein dauerhaft trockener Mund kann Mundgeruch ebenfalls begünstigen. Mögliche Auslöser sind etwa Mundatmung oder bestimmte Medikamente. Setzen Sie verordnete Arzneimittel deshalb aber nicht eigenständig ab – sprechen Sie die Beschwerden in der Praxis an. gesund.bund.de
Was Sie selbst tun können
Eine sorgfältige, schonende Reinigung ist die Grundlage:
- Putzen Sie zweimal täglich etwa zwei Minuten mit fluoridhaltiger Zahnpasta.
- Reinigen Sie die Zahnzwischenräume täglich mit passenden Interdentalbürsten oder Zahnseide.
- Bei Zungenbelag kann eine sanfte Reinigung mit einem Zungenreiniger sinnvoll sein.
- Reinigen Sie herausnehmbaren Zahnersatz täglich gründlich.
- Vermeiden Sie Rauchen.
Mehr Druck verbessert die Reinigung nicht. Zahnfleisch und Zunge sollten durch die Anwendung weder verletzt werden noch bluten. Lassen Sie sich geeignete Hilfsmittel und deren Anwendung bei Bedarf zeigen. NHS
Helfen Mundspülung und Kaugummi?
Ein frischer Geschmack bedeutet nicht automatisch, dass die Ursache behoben ist. Kaugummi oder minzige Produkte können Gerüche vorübergehend überdecken. Eine behandlungsbedürftige Zahnfleischentzündung oder einen kariösen Zahn beseitigen sie nicht.
Bestimmte Mundspüllösungen können die Behandlung ergänzen. Welches Präparat geeignet ist und wie lange es angewendet werden sollte, hängt jedoch vom Befund ab. Auch eine Zungenreinigung ist eine mögliche Ergänzung – kein Ersatz für die Untersuchung und Behandlung erkrankter Zähne oder des Zahnfleisches. Parodontitis und Mundgeruch
Bei Produktversprechen ist Zurückhaltung sinnvoll: Ein Cochrane-Review von 2019 fand für viele untersuchte Maßnahmen nur unsichere Evidenz. Die Studien waren überwiegend kurz; eine eindeutig überlegene Methode ließ sich nicht bestimmen. Daraus folgt vor allem: Die Behandlung sollte sich an der festgestellten Ursache orientieren, statt auf ein einzelnes „Wundermittel“ zu setzen. cochrane.org
Wann sollten Sie einen Termin vereinbaren?
Wenn Mundgeruch trotz verbesserter Mundpflege über mehrere Wochen bestehen bleibt, ist eine Untersuchung sinnvoll. Bei Zahnfleischbluten, Schwellungen, Zahnschmerzen oder lockeren bleibenden Zähnen sollten Sie früher einen Termin vereinbaren. NHS
Sprechen Sie das Thema offen an. Mundgeruch ist kein Grund, sich zu schämen. Bei zahn:gesund in Köln-Lindenthal prüfen wir mögliche Ursachen im Mund und besprechen mit Ihnen, welche Pflege oder Behandlung zu Ihrer Situation passt.