Denosumab und Kiefernekrose: Warum die zahnärztliche Vorsorge wichtig ist

Medikamente zum Schutz der Knochen können auch für die Zahnarztpraxis relevant sein. Dazu gehört Denosumab. Eine aktuelle Studie zeigt, wie wichtig die zahnmedizinische Begleitung bei Brustkrebs mit Knochenmetastasen ist. Was bedeuten die Ergebnisse für Betroffene?

„Jede achte Patientin“ – wie ist diese Zahl einzuordnen?

Eine finnische Registerstudie untersuchte 652 Menschen mit Brustkrebs und Knochenmetastasen, fast ausschließlich Frauen. Sie hatten zwischen 2013 und 2015 knochenabbauhemmende Medikamente erhalten und wurden anhand von Registerdaten bis Ende 2020 nachbeobachtet.

Bei 12,6 Prozent der ausschließlich mit Denosumab behandelten Patientinnen wurde im Beobachtungszeitraum eine medikamentenassoziierte Kiefernekrose registriert – ungefähr bei jeder achten.

Diese Zahl gilt für die untersuchte Patientengruppe. Sie ist weder ein jährliches Risiko noch auf alle Menschen übertragbar, die Denosumab erhalten. Insbesondere beschreibt die Studie nicht das Risiko einer üblichen Osteoporosebehandlung. Erkrankung, Dosierung und Behandlungsdauer müssen bei der persönlichen Risikobewertung berücksichtigt werden. [1, 2]

Was ist eine Kiefernekrose?

Bei einer Kiefernekrose stirbt ein Teil des Kieferknochens ab. Eine medikamentenassoziierte Form kann im Zusammenhang mit knochenabbauhemmenden Wirkstoffen wie Denosumab oder Bisphosphonaten auftreten.

Denosumab hemmt den Knochenabbau. Bei Krebs mit Knochenbefall kann die Behandlung helfen, knochenbezogene Komplikationen zu verhindern. Zugleich kann sie mit einer schwerwiegenden Störung der Heilung im Kiefer verbunden sein. [1, 2]

Vor Therapiebeginn: Mundgesundheit prüfen lassen

Vor einer onkologischen Denosumab-Therapie wird eine zahnärztliche Untersuchung mit vorbeugender Betreuung empfohlen. Dabei werden unter anderem Entzündungen, behandlungsbedürftige Zähne und mögliche Druckstellen durch Zahnersatz beurteilt.

Notwendige Behandlungen und der Zeitpunkt des Medikamentenstarts sollten zwischen Zahnarztpraxis und behandelndem Ärzteteam abgestimmt werden. [2]

Während der Behandlung: Kontrolle und gute Mundpflege

Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen und sorgfältige Mundhygiene gehören zur empfohlenen Begleitung. Informieren Sie Ihre Zahnarztpraxis über Ihre Medikamente – auch über eine frühere Behandlung mit Denosumab oder Bisphosphonaten. Bringen Sie möglichst Ihren aktuellen Medikamentenplan mit.

Anstehende Eingriffe, insbesondere Zahnentfernungen, benötigen eine individuelle Planung. Eine notwendige Behandlung sollte jedoch nicht aus Angst ohne Rücksprache aufgeschoben werden. Die Registerstudie zeigt Zusammenhänge zwischen bestimmten Zahnbehandlungen und Kiefernekrosen; sie beweist nicht, dass beispielsweise eine Wurzelkanalbehandlung die Ursache ist. Zugrunde liegende Infektionen können ebenfalls eine Rolle spielen. [1, 2]

Diese Beschwerden sollten Sie abklären lassen

Kontaktieren Sie Ihre Zahnarztpraxis und Ihr behandelndes Ärzteteam umgehend bei:

  • Schmerzen oder Schwellungen im Mund- und Kieferbereich,
  • neu auftretender Zahnlockerung,
  • schlecht heilenden Wunden oder offenen Stellen,
  • Sekretaustritt oder freiliegendem Knochen.

Solche Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben und sollten untersucht werden. [2, 3]

Denosumab niemals eigenständig absetzen

Pausieren oder beenden Sie die Behandlung nicht ohne ärztliche Abstimmung. Der Nutzen der Therapie und mögliche Risiken einer Unterbrechung müssen individuell gegeneinander abgewogen werden. Die Studienergebnisse allein rechtfertigen keinen Therapieabbruch. [1]

Zahnmedizinische Begleitung bei zahn:gesund Köln

Steht bei Ihnen eine Behandlung mit Denosumab oder Bisphosphonaten an, oder erhalten Sie diese bereits? Informieren Sie uns bei Ihrem Termin. Gemeinsam mit Ihnen und Ihrem behandelnden Ärzteteam planen wir die zahnmedizinische Betreuung passend zu Ihrer Situation.

Quellen

  1. Kujanpää M et al. (2026): Incidence and associated factors of medication-related osteonecrosis of the jaw in breast cancer patients with bone metastases: a nationwide registry study in Finland. Clinical Oral Investigations 30, 486. https://doi.org/10.1007/s00784-026-07171-5
  2. Xgeva: EU-Produktinformation, insbesondere Abschnitt 4.4 und Gebrauchsinformation. https://ec.europa.eu/health/documents/community-register/2025/20250612166130/anx_166130_en.pdf
  3. MHRA: Denosumab (Xgeva, Prolia); intravenous bisphosphonates: osteonecrosis of the jaw – further measures to minimise risk. https://www.gov.uk/drug-safety-update/denosumab-xgeva-prolia-intravenous-bisphosphonates-osteonecrosis-of-the-jaw-further-measures-to-minimise-risk

Stand: 16. Oktober 2026.

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